Bauhof-Zweckverband nimmt Betrieb auf

29.12.2016

Ab 1. Januar nimmt der Zweckverband Kommunale Dienste Alsbach-Hähnlein-Zwingenberg (ZKD) seinen operativen Betrieb auf.

Für alle Bauhofleistungen ist dann nicht mehr die Stadt Zwingenberg oder die benachbarte Gemeinde Alsbach-Hähnlein, sondern der ZKD zuständig. Bereits 2014 wurden ihm sämtliche Aufgaben per Satzung übertragen, mangels eigener Organisation jedoch zunächst nur auf dem Papier.

Ab dem neuen Jahr folgt der Theorie nun die Praxis. Diese wird mangels eigener Gebäude übergangsweise vom alten Zwingenberger Bauhofstandort aus organisiert. Er dient dem ZKD solange als zentraler Stützpunkt bis der auf Hähnleiner Gemarkung geplante Neubau fertig ist, womit etwa Mitte 2018 gerechnet wird. Längere Diskussionen um die Höhe der Baukosten haben das Projekt verzögert.

In den vergangenen Wochen konnten unterdessen alle Arbeitsverhältnisse von den Kommunen auf den Verband überführt werden. Dem so genannten Betriebsübergang hat kein Mitarbeiter widersprochen. Somit ist ZKD-Geschäftsführerin Karin Schaab in der Lage, aus den bisher getrennten Mannschaften ein neues Team zu formen. „Dies wird sicher nicht auf Knopfdruck gelingen, aber wir befinden uns auf einem sehr guten Weg“, sagt die neue Bauhof-Chefin. Sie verfügt sodann über 22 Mitarbeiter, die sich um die Reinigung der Straßen, die Grünpflege, die Instandhaltung der öffentlichen Gebäude und Vieles mehr kümmern werden. Der ZKD hat hierzu einen umfangreichen Leistungskatalog entwickelt, anhand dessen die Arbeitszeiten erfasst und der jeweiligen Kommune, für die sie erbracht wurden, mittels einer speziellen Software zugeordnet werden können. Dabei bemisst sich die Umlage zur Finanzierung des Zweckverbands zunächst nach dem Verhältnis der Einwohner beider Gemeinden. Nach Ende eines Jahres werden Über- und Unterzahlungen jedoch ausgeglichen – je nachdem, wo mehr oder weniger Leistungen erbracht wurden. Schaab wird dabei administrativ von einer Buchhalterin unterstützt.

Ein wichtiger Schritt war außerdem die Übertragung des „beweglichen Sachanlagevermögens“. Dahinter verbergen sich Fahrzeuge, Maschinen, Werkzeuge und allerlei andere Gegenstände, die der Bauhof zum Arbeiten braucht. Sowohl Alsbach-Hähnlein, als auch Zwingenberg hat sie dem Verband zum Restbuchwert verkauft. Vereinzelt kann man dieser Tage schon die bekannten Fahrzeuge des Zwingenberger Bauhofs mit neuen Darmstädter Kennzeichen fahren sehen. Ein einheitliches Äußeres in Form des ZKD-Logos wird demnächst folgen.

Bürgermeister Dr. Holger Habich, er ist Vorsitzender des Verbandsvorstands, hofft, dass sich die Startschwierigkeiten in Grenzen halten: „Wir haben organisatorisch alles gut vorbereitet. Trotzdem wird die eine oder andere Panne sicher nicht ausbleiben. Dafür bitten wir schon heute um Verständnis.“ Zu bedenken sei, dass das Personal nicht aufgestockt wurde, jedoch besonders von der Gemeinde Alsbach-Hähnlein etliche Aufgaben übernommen wurden, die zuletzt private Unternehmer erledigt haben. Dabei handele es sich um einen jährlichen Auftragswert im sechsstelligen Bereich. Der ZKD hat den Ehrgeiz, sie nun kostengünstiger und zumindest nicht in schlechterer Qualität zu erledigen. Bei der Zusammenstellung der neuen Teams wurde daher ein stärkerer Schwerpunkt als bislang im Bereich der Grünpflege gesetzt. Ob das ausreicht, werde die Praxis zeigen.

Im Laufe des Jahres 2017 wird der Zweckverband auch seinen Fuhrpark umbauen. Alte und reparaturanfällige Fahrzeuge werden gegen neue, effiziente ersetzt. Die Verbandsversammlung hat hierfür unlängst grünes Licht gegeben. Ganz oben auf der Beschaffungsliste steht eine neue Kehrmaschine. Sie soll künftig regelmäßig im gesamten Verbandsgebiet eingesetzt werden. Bislang verfügte nur die Stadt Zwingenberg über ein solches Fahrzeug und die Gemeinde Alsbach-Hähnlein ließ durch den Eigenbetrieb der Stadt Darmstadt (EAD) kehren. „Die interkommunale Zusammenarbeit unserer beiden Nachbarkommunen macht nun eine Neuanschaffung wirtschaftlich, da diese und andere Maschinen besser ausgelastet werden können“, erklärt Alsbach-Hähnleins Bürgermeister Georg Rausch. Man freue sich, dass es nun endlich los gehe, habe aber auch den nötigen Respekt vor der Aufgabe. „Eins ist sicher: langweilig wird es uns in den nächsten Monaten bestimmt nicht“, stimmen Habich und Rausch mit ihrer Geschäftsführerin überein.