Kunst im Lesecafé

24.01.2022

Ein neues Werk hängt ab Montag, 24.01.2022 im Lesecafé der Stadtbücherei Zwingenberg - „ Pushback “ ist der Titel, benannt nach dem Unwort des Jahres 2021.

Die Entscheidung, das Bild zu Jahresbeginn zu zeigen, wurde gemeinsam getroffen – sowohl von der Künstlerin Ulrike Fried-Heufel, als auch von Conny Demmer, der Leiterin und deren Team. Motiv und Aussage des Werkes (Maße 50 x 70 cm, Acryl und Tusche auf Papier) weisen inhaltliche Bezüge zum aktuellen Unwort des Jahres auf – Zurückweisung, Ausgrenzung, Hilflosigkeit und Angst. Aus der Migrationsdebatte heraus wurde dieser Begriff geboren, er tauchte in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit der Situation an den EU Außengrenzen Europas auf – Jene, die es über die Grenzen schafften, wurden abgewiesen. Das Bildmotiv zeigt einen weiblichen unbekleideten Körper mit verschränkten Armen, den Kopf bedeckend, kauernd und hilflos -alleine gelassen. 

Jüngste Ereignisse auf anderer Ebene, an anderer Stelle, weisen eine erschreckende Parallele auf: Tullamore, die irische Kleinstadt, gerät in Negativ-schlagzeilen – eine junge Frau wird brutal ermordet. Die Worte des Vizeregierungschefs Leo Varadkar thematisieren gleichzeitig eine neue Debatte über die Sicherheit der Frauen in Irland: „es gibt eine Epidemie der Gewalt gegen Frauen in Irland. Das ist schon seit Jahrtausenden so“ ( dpa) Somit wäre das in Zwingenberg gezeigte Werk auch stellvertretend für die Ereignisse in Irland… tausende Menschen gedachten in den letzten Tagen der getöteten Lehrerin - auch hier ist der Begriff „ Pushback“, bzw. der Bildtitel zutreffend und angemessen – menschenfeindliche Diffamierung, Gewalt, sowie Verstöße gegen die Prinzipien der Demokratie und Menschenwürde. 


Kunstaktion HOPE

In Anbetracht dieser Thematik wird der Förderkreis Kunst und Kultur Zwingenberg e.V. gemeinsam mit der Stadtbücherei eine neue Kunstaktion starten. Im vergangenen Jahr begann erstmals die Kooperation, wobei motivisch und inhaltlich der Schwerpunkt auf Zwingenberg ausgerichtet war. Nun wird HOPE das Thema sein – ein einfaches Wort mit extrem komplexen Emotionen. 

Wir leben in schwierigen Zeiten: Pandemie, Isolation, Verletzungen von Menschenrechten, Naturkatastrophen – ohne Hoffnung geht nichts – gibt es keine Änderungen… 

Deshalb ein Aufruf zur Teilnahme an der Kunstaktion HOPE - gerichtet an Zwingenberger- und Rodauer Kunstinteressierte. Auch Nachbarorte sind zur Beteiligung aufgerufen. Der Begriff darf sowohl gegenständlich/ konkret, abstrakt oder symbolisch dargestellt werden. Das Bildformat ist auf DIN A3 begrenzt. Ende März wird dann die Open-Air Vernissage vor der Stadtbücherei stattfinden. Ansprechpartner sind die Stadtbücherei, Frau Fried-Heufel und Petra Schöppner

Pushback
Pushback